Kniestockeinfach erklärt.
Was ist ein Kniestock, wie beeinflusst er den Platz im Dachgeschoss und was dürfen Sie laut Bebauungsplan bauen? Wir erklären Ihnen diesen Begriff verständlich und auf den Punkt.
Was bringt ein Kniestock?
Ohne Kniestock liegt das Dach direkt auf der Geschossdecke auf. Die Dachschräge beginnt dann schon am Boden, und an den Außenwänden ist der Raum kaum nutzbar.
Mit einem Kniestock steht zuerst ein Stück senkrechte Wand, bevor die Schräge beginnt. So gewinnt das Dachgeschoss bei gleicher Dachneigung Kopfhöhe und Stellfläche: Schon ein niedriger Kniestock lässt Platz für Kommoden oder Schränke an der Wand.
Das wirkt sich auch auf die Wohnfläche aus. Nach der Wohnflächenverordnung zählen Flächen unter 1 m lichter Höhe gar nicht, Flächen zwischen 1 und 2 m zur Hälfte und erst Flächen ab 2 m voll. Ein höherer Kniestock verschiebt diese Grenzen nach außen.
Wie die Kniestockhöhe gemessen wird, ist nicht einheitlich geregelt. Meist wird von der Oberkante der Geschossdecke gemessen, der obere Messpunkt ist aber je nach Bebauungsplan oder Bundesland unterschiedlich festgelegt. Prüfen Sie deshalb immer, worauf sich die Angabe bezieht.
Dachgeschoss ohne und mit Kniestock
Wie hoch darf ein Kniestock sein?
Die erlaubte Kniestockhöhe steht häufig im Bebauungsplan. Oft ist sie dort eng begrenzt. Ist sie nicht direkt festgelegt, ergibt sie sich meist aus den Vorgaben zu Dachneigung, Traufhöhe oder Firsthöhe.
Ein hoher Kniestock kann außerdem dazu führen, dass das Dachgeschoss als Vollgeschoss zählt. Ist die Zahl der Vollgeschosse begrenzt, kann das den Spielraum für das Dachgeschoss einschränken.
Kniestock und Dachgeschoss in der Schweiz
In vielen Kantonen entscheidet die Kniestockhöhe direkt darüber, ob ein Geschoss als Dachgeschoss gilt.
Überschreitet der Kniestock das festgelegte Maß, zählt das Geschoss als Vollgeschoss. Die genauen Werte legt der jeweilige Kanton fest.
Charakter trotz niedrigem Kniestock
Am Ammersee sahen die Auflagen eine Bebauung mit sehr flachem Dach und niedrigem Kniestock vor. Vom Baukörper her wäre das Haus damit eher nüchtern geworden.
Wir haben es deshalb „emotionalisiert“: mit einer überdimensional großen, herrschaftlichen Eingangsveranda. Zum Garten hin ist ein großer Erker über beide Etagen gebaut. Er bringt im Erdgeschoss viel Licht ins Esszimmer und gibt im Obergeschoss der gesamten Breite des Schlafzimmers eine Fensterfassade.