Bebauungsplaneinfach erklärt.
Was ist ein Bebauungsplan, was wird darin festgelegt und warum sollten Sie ihn vor dem Grundstückskauf kennen? Wir erklären Ihnen diesen Begriff verständlich und auf den Punkt.
Was steht in einem Bebauungsplan?
Ein Bebauungsplan besteht aus einer Planzeichnung und einem Textteil. Diese Festsetzungen sind für Bauherren besonders wichtig:
Art der Nutzung
Legt fest, wofür ein Gebiet genutzt werden darf – zum Beispiel als reines oder allgemeines Wohngebiet oder als Mischgebiet.
Maß der Nutzung
Bestimmt, wie groß gebaut werden darf: etwa über die Grundfläche, die Zahl der Vollgeschosse oder die maximale Gebäudehöhe.
Überbaubare Fläche
Zeigt, auf welchem Teil des Grundstücks das Haus stehen darf. Begrenzt wird diese Fläche durch Baugrenzen oder Baulinien.
Gestaltung
Viele Bebauungspläne enthalten zusätzlich Vorgaben zur Gestaltung, etwa zu Dachform, Dachneigung oder Farben.
Was gilt, wenn es keinen Bebauungsplan gibt?
Nicht für jedes Grundstück gibt es einen Bebauungsplan. Liegt es innerhalb eines bebauten Ortsteils, muss sich ein neues Haus nach Art und Maß in die Umgebung einfügen.
Außerhalb bebauter Ortsteile, im sogenannten Außenbereich, ist das Bauen nur in Ausnahmefällen erlaubt.
Den Bebauungsplan für Ihr Grundstück erhalten Sie beim Bauamt der Gemeinde. Viele Gemeinden stellen ihre Pläne auch online zur Verfügung.
Wie ist es in Österreich und der Schweiz geregelt?
In Österreich gibt es den Bebauungsplan ebenfalls. Geregelt ist er in den Raumordnungs- und Baugesetzen der einzelnen Bundesländer.
In der Schweiz legen der Zonenplan und die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde fest, was gebaut werden darf. Ergänzend gibt es Sondernutzungspläne wie den Gestaltungsplan.
Ein Haus mit Charakter – auch bei strengen Vorgaben
Viele Bauherren kommen zu uns, die bereits ein Grundstück besitzen, aber am Bebauungsplan verzweifeln. Strenge Vorgaben bedeuten jedoch nicht, dass ein Haus mit Charakter unmöglich ist.
Am Ammersee sahen die Auflagen eine Bebauung mit sehr flachem Dach und niedrigem Kniestock vor. Wir haben das Haus deshalb über eine große, herrschaftliche Eingangsveranda „emotionalisiert“. Heute ist dieser Eingangsbereich der Blickfang, sobald man auf das Grundstück fährt.
Wichtig bei besonderen Baustilen: Für ein Haus im viktorianischen Stil darf der Bebauungsplan zum Beispiel keine flachen Dachneigungen oder streng symmetrischen Bauformen vorschreiben, und Vorbauten wie Erker und Veranden müssen zulässig sein. Prüfen Sie solche Punkte früh. Mehr dazu im Artikel zum viktorianischen Traumhaus.