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Vollgeschosseinfach erklärt.

Was ist ein Vollgeschoss, wann zählen Keller und Dachgeschoss mit und warum ist die Zahl der Vollgeschosse im Bebauungsplan so wichtig? Wir erklären Ihnen diesen Begriff verständlich und auf den Punkt.

Grundlagen

Wann zählt ein Geschoss als Vollgeschoss?

In Deutschland legt jedes Bundesland in seiner Landesbauordnung selbst fest, was ein Vollgeschoss ist. Die Grundidee ist aber überall ähnlich: Ein Geschoss zählt, wenn es weit genug über dem Gelände liegt und auf einem großen Teil seiner Fläche hoch genug ist.

Beim Keller entscheidet, wie weit seine Decke aus dem Gelände ragt. Liegt er größtenteils in der Erde, ist er kein Vollgeschoss. Am Hang kann das anders aussehen, weil der Keller dort auf einer Seite frei steht.

Beim Dachgeschoss entscheidet die Raumhöhe unter den Dachschrägen. Häufig gilt: Hat es auf mindestens zwei Dritteln der Fläche eine lichte Höhe von 2,30 m, ist es ein Vollgeschoss. Ein höherer Kniestock, eine Gaube oder eine steilere Dachneigung können ein Dachgeschoss deshalb zum Vollgeschoss machen.

Gut zu wissen

Die genauen Werte unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Manche Länder verlangen die Mindesthöhe zum Beispiel auf drei Vierteln statt auf zwei Dritteln der Fläche. Maßgeblich ist immer die Landesbauordnung, die für Ihr Grundstück gilt.

Technische Illustration

Welche Geschosse zählen?

Welche Geschosse als Vollgeschoss zählen Querschnitt durch ein Haus mit Satteldach. Der Keller liegt fast ganz im Erdreich und ist kein Vollgeschoss. Das Erdgeschoss ist rot markiert und ein Vollgeschoss. Im Dachgeschoss zeigt eine gestrichelte Linie die Mindesthöhe: Nur im mittleren Bereich unter dem First ist der Raum hoch genug, unter den Schrägen ist er zu niedrig. Dachgeschoss: zählt nur, wenn ein großer Teil hoch genug ist Mindesthöhe ausreichend hoch zu niedrig zu niedrig Erdgeschoss: Vollgeschoss Keller: kein Vollgeschoss
Vollgeschoss Wände, Decken und Dach Erdreich Mindesthöhe
Vereinfachter Querschnitt: Ob Keller und Dachgeschoss als Vollgeschoss zählen, hängt von ihrer Lage zum Gelände und von ihrer Raumhöhe ab. Die genauen Werte legt jedes Bundesland selbst fest. Nicht maßstabsgetreu.
Im Bebauungsplan

Was bedeutet die Zahl der Vollgeschosse?

Im Bebauungsplan steht die erlaubte Zahl der Vollgeschosse als römische Ziffer. Ein „II“ bedeutet zum Beispiel: höchstens zwei Vollgeschosse.

Die Vollgeschosse sind auch die Grundlage für die Geschossfläche. Sie wird nach den Außenmaßen des Hauses in allen Vollgeschossen ermittelt. Ein Dachgeschoss, das kein Vollgeschoss ist, zählt dabei in der Regel nicht mit.

Für Bauherren heißt das: Ob ein Dachgeschoss als Vollgeschoss gilt, entscheidet mit darüber, wie groß Ihr Haus werden darf.

  • Kellergeschoss: meist kein Vollgeschoss, solange es größtenteils im Erdreich liegt
  • Dachgeschoss: Vollgeschoss nur, wenn es auf einem großen Teil der Fläche hoch genug ist
  • Staffelgeschoss: oberstes Geschoss, das gegenüber dem Geschoss darunter zurückspringt; zählt nicht, wenn es klein genug bleibt
Begriffe im Alltag

Geschoss, Stockwerk, Etage

Umgangssprachlich werden Geschoss, Stockwerk und Etage oft gleichgesetzt. Ein Vollgeschoss ist dagegen ein Begriff aus dem Baurecht.

Ein Haus mit Erdgeschoss und ausgebautem Dachgeschoss kann deshalb nur ein Vollgeschoss haben, obwohl man darin auf zwei Ebenen wohnt.

Österreich

Geschosse in Österreich

In Österreich regelt jedes Bundesland in seinem Baurecht, wie Geschosse gezählt werden.

Der Bebauungsplan begrenzt dort meist die Zahl der Geschosse oder die Gebäudehöhe. Welche Vorgaben für Ihr Grundstück gelten, erfahren Sie bei der Gemeinde.

Schweiz

Vollgeschosse in der Schweiz

Viele Kantone verwenden die Begriffe der interkantonalen Vereinbarung zur Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB). Danach sind alle Geschosse Vollgeschosse, außer Unter-, Dach- und Attikageschossen.

Ob ein Geschoss als Unter-, Dach- oder Attikageschoss gilt, legt der Kanton mit festen Maßen fest. Die Zahl in einer Zonenbezeichnung wie W2 steht häufig für die erlaubten Vollgeschosse.

Amerikanisches Holzhaus mit zwei Vollgeschossen, Satteldach, Porch und Carport mit Türmchen
Haus Dallas: zwei Vollgeschosse unter einem schlichten Satteldach.
Die Greenville-Bauweise

Zwei Vollgeschosse unter einem Satteldach

Viele unserer Häuser haben zwei Vollgeschosse. Beim Haus Dallas zum Beispiel verteilen sich 120 m² Wohnfläche auf zwei Vollgeschosse mit Satteldach. Durch den schlichten Baukörper bleiben die Grundinvestitionskosten niedrig.

Der Grund: Ein Haus mit zwei Geschossen und einer Treppe dazwischen braucht für dieselbe Wohnfläche eine kleinere Bodenplatte und ein kleineres Dach als ein Bungalow. Das zweite Geschoss braucht nur eine Zwischendecke und eine Treppe.