Karls Weg ins New-England-Haus

Karl war fast 70, als er noch einmal baute. Sein New-England-Haus entstand auf einem 400 Quadratmeter großen Erbpachtgrundstück, über weite Strecken in Eigenleistung – und ganz ohne Bauvertrag. Was diesen Weg besonders macht: Karl entschied sich für Vertrauen statt Papierform. Diese Haustour erzählt, wie aus einem Kommentar unter einem YouTube-Video ein Zuhause wurde.

Manchmal liest man einen Kommentar unter einem Video und denkt: “Was ist denn das für einer?”

Dezember 2023.

Ich scrolle durch die Kommentare unter einem unserer YouTube-Videos und stoße auf diesen Satz:
„Frau Knote – Sie werden mein Haus bauen. Sie wissen es nur noch nicht.“
Ich erinnere mich genau, was ich dachte. Nicht besonders freundlich.


Der Mann, der keinen Vertrag wollte

 Karl wollte keinen Vertrag – nur ein Versprechen: dass sein Haus mit Vertrauen gebaut wird.

Kurze Zeit nach diesem Anruf saß Karl in unserem Büro in Lindau. Ich lernte einen Menschen kennen, der schwer in eine Schublade passt: bald 70 Jahre alt, über 40 Jahre selbstständige Bauleitungserfahrung – und gleichzeitig so feinfühlig und direkt, dass ich kaum Zeit hatte, mich in meiner professionellen Distanz einzurichten.

Er erzählte mir, wie er bauen wollte. Nicht welche Fliesen. Nicht welche Dachneigung.

Wie.

Wichtig war ihm, dass das Haus mit Vertrauen und Liebe gebaut wird. Und er wollte keinen Vertrag. Er schaut dem Menschen gegenüber in die Augen, spricht mit ihm und entscheidet dann, ob dieser Mensch ehrlich und authentisch ist.

Ich weiß, dass das für viele seltsam klingt. Für mich nicht.

Ich bin zutiefst davon überzeugt: Die Materie speichert Energie. Das klingt ungewöhnlich aus dem Mund einer Baufachfrau. Aber ich habe es selbst in so vielen Häusern erlebt und bin in meiner Jugend bereits Zeuge davon geworden, wie stark negative Einflüsse wirken.

In dem Ort, in dem ich in meinen jungen Jahren gebaut habe, ging im Zweiten Weltkrieg die Front durch. Viele Tode, viel Leid. Und in fast jedem Haus in diesem Ort hat es Tragödien gegeben – frühe Tode, schwere Krankheiten, Ehen die zerbrachen (- inklusive meiner eigenen). Kein Einzelfall. Ein Muster.

Kirchen und Kathedralen können das Gegenteil: Menschen tanken dort Kraft, fühlen sich getragen, ruhig, geerdet – nicht weil es Einbildung ist, sondern weil über Jahrhunderte Gebet, Würde und Gemeinschaft in diese Wände eingeflossen sind.

Warum sollte das bei einem Haus anders sein?

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass während einer Bauzeit keine hässlichen Worte gesagt werden sollten. Dass kein Neid, keine Missgunst, keine Besser- und Rechthaberei und kein Streit auf der Baustelle zu Hause sein sollten. Dass die Handwerker ordentlich bezahlt werden und ihre Arbeit respektiert und gewürdigt wird.

Karls Bau war genau das. Ruhig. Friedlich. Jeder hat seine ganze Expertise und Kraft hineingesteckt. Und das spürst du sofort, wenn du das Haus betrittst.


Wie Karl zu diesem Haus gekommen ist — in seinen eigenen Worten

Was Karl vor diesem ersten Gespräch erlebt hat, erzählt er am besten selbst.

Mit 70 Jahren und nach über 40 Jahren selbstständiger Bauleitungserfahrung nochmals ein neues Hausbauprojekt in Angriff zu nehmen – das ist eine große Sache. Das muss einen tiefer liegenden Grund haben.

Kleine Erinnerungen an große Reisen: Karls Edelsteinsammlung und weitere besondere Stücke, die ihn auf seinen Wegen begleitet haben, sind mit eingezogen.

“Ich habe mit meiner lieben Frau in einem schönen Reihenhaus in Bayern, Nähe Ammersee gewohnt. Sie ist leider Ende 2020 nach sechs Jahren Krebs gestorben.

Kurz zuvor hat sie mich noch zu einer spirituellen Reise nach Ägypten befohlen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich von spirituellen Dingen keinerlei Ahnung.

Auf dieser Reise bin ich einer Frau begegnet, deren Ehemann ein Jahr vorher in einem Krankenhaus gestorben war – einem Krankenhaus, das ich selbst einige Jahre zuvor gebaut hatte. 300 km von meinem bisherigen Wohnort entfernt.

Was also, wenn es gar keine Zufälle gibt?”

“Aus dieser Begegnung ist zwei Jahre später der Gedanke gereift: 300 km Entfernung auf Dauer ist zu viel. Ich fing an, mich im Internet über alternative Wohnformen zu informieren – hauptsächlich Tiny Houses. Ich dachte: Jetzt ist radikale Reduzierung und Entrümpelung von vier Etagen auf 50 qm gerade gut genug.”


“Bis ich auf YouTube den Kanal von Frau Knote – Greenville – gefunden habe. Dann wars vorbei. Und als ich dann die beiden Prospekthefte von Greenville in Händen hatte, wars ganz vorbei.

Niemals hätte ich bis dahin gedacht, dass für mich etwas anderes als ein konventionelles Stein-auf-Stein-Haus in Frage kommen könnte. Schließlich hatte ich 40 Jahre Erfahrung in konventioneller Bauweise.”

Es waren diese Greenville Magazine - Karl war hin und weg

“Nun kam die Grundstückssuche – möglichst im Radius von 20 km. Alles unerschwinglich. Und das in meinem Alter.

Auch hier wieder: Ich bin überzeugt, es gibt keine Zufälle. Ich konnte ein Grundstück mit 400 qm in Erbpacht erwerben – zum Preis von 80 Cent pro qm und Monat. 320 Euro im Monat. Das hab ich dann natürlich gemacht.

Nach meiner eigenen Vorplanung habe ich mir ein Herz gefasst und Kontakt mit Greenville aufgenommen. Dann ging es Schlag auf Schlag – den ganzen Zeitstrahl findest du weiter unten.

Diese Arbeiten habe ich in Eigenregie gemanagt – und das ohne einen einzigen weiteren Bauvertrag: Erdaushub, Bodenplatte, Außengerüst, Kran, Elektro, Heizung, Lüftung, Sanitär, Fußbodenheizung, Solar, Kamin, Innenausbau, Trockenbau, Fliesen, Parkett, Malerarbeiten, Innentüren. Wer sein Haus mit Eigenleistung bauen will wie ich, braucht vor allem eines: Zeit – und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Und nun habe ich ein so wunderbares Haus, ohne dass irgendwelche Streitigkeiten mit drin stecken würden.

Ich würde es immer wieder tun. Und falls jemand eine Besichtigung machen möchte: sehr gerne.


– Karl”


Zeitstrahl: von der ersten Anfrage bis zum Einzug

Von der ersten Anfrage bei Carmen Knote | Greenville AG bis zum Einzug vergingen rund eineinhalb Jahre.

Carmen Knote | Gründerin Greenville AG
25+ Jahre Erfahrung · 300+ realisierte Häuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz

  1. Dezember 2023

    Erster Telefonkontakt mit Frau Knote

  2. April 2024

    Bauantrag fertig, Bemusterung und Bestellung

  3. Juni 2024

    Verkaufsabsicht des bisherigen Hauses in Bayern

  4. September 2024

    Übergabe des alten Hauses an den neuen Eigentümer

  5. November 2024

    Haus steht, Innenausbau beginnt

  6. Mai 2025

    Fertigstellung und Einzug


Das Haus

Entstanden ist ein zweigeschossiges New-England-Haus mit 125 Quadratmetern Wohnfläche auf einem 400-Quadratmeter-Erbpachtgrundstück – kompakt geplant, aber großzügig gedacht.

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Obergeschoss

Im Erdgeschoss (79,61 m² Bruttogrundfläche):

  • eine Wohndiele mit 35,88 m²,

  • ein Mudroom mit 12,96 m²,

  • zwei Veranden mit 15,18 m² und 15,80 m²,

  • dazu Foyer, WC und eine kleine Werkstatt für Fahrräder.

Im Obergeschoss (77,62 m² Bruttogrundfläche):

  • der Schlafbereich mit Ankleide (26,71 m²),

  • ein Bad mit 14,11 m²

  • und ein Allroom mit 15,74 m².


Rückansicht - Blick aus dem Garten

Frontansicht - Blick von der Straße

Außenmaß: 8,81 × 8,81 Meter. Kompakt, klar, mit dem charakteristischen New-England-Giebel und Veranda vorne wie hinten.

Was das Raumgefühl betrifft: Richtige Türen gibt es nur zu den Bädern und zum Mudroom. Alle anderen Räume werden durch doppelte Schiebetüren getrennt, die sich komplett in der Wand versenken lassen. Wenn sie offen stehen, hat man das Gefühl von Weite – man steht in einem richtigen großen Raum, nicht in einem kompakten Haus mit 125 Quadratmetern.

Wegeführung nach Wunsch: Carport mit direkter Anbindung an das Weinlager sowie unmittelbarem Zugang zum Mudroom — kurze, praktische Wege vom Auto ins Haus.

Auf der Rückseite des Hauses, zum Garten hin, war Karl der Außenbereich besonders wichtig: eine separate Porch zum Sitzen im Freien. Die Gartengestaltung selbst ist schon sein nächstes Projekt — ein Zen-Garten soll hier entstehen.

Der besondere Wunsch von Karl: Anders als die Essecke, die Greenville normalerweise mit einer Bank baut, wollte Karl Platz für einen Tisch mit zwei separaten Stühlen. Das Wichtigste für ihn: der freie Blick nach draußen in die Natur.

Eine besondere Vorgabe: Karl brachte seinen eigenen Kronleuchter mit ins Wohnzimmer. Damit er sicher hält, musste die Deckenkonstruktion von Anfang an entsprechend verstärkt geplant werden.

Kein Kataloghaus. Ein Haus, das so aussieht wie einer, der genau weiß, was er will – ein echtes Beispiel dafür, wie individuell ein New England Haus im Greenville Stil werden kann.


Karls New England Haus

Ab morgen um 11 Uhr Live auf YouTube - Schau es dir an!

Manches versteht man erst, wenn man es sieht. Im Video nehme ich dich mit durch Karls Haus — durch die Räume, die er sich so genau gewünscht hat, und durch die Details, die diese Geschichte erst greifbar machen.


Häufige Fragen zu Karls New-England-Haus (FAQ)


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Ich musste sie ablehnen. 10 Jahre später steht ihr Haus.