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Lap Sidingeinfach erklärt.

Was ist Lap Siding, wie ist diese typisch amerikanische Holzfassade aufgebaut und worauf kommt es bei Anstrich und Pflege an? Wir erklären Ihnen diesen Begriff verständlich und auf den Punkt.

Aufbau

Wie ist Lap Siding aufgebaut?

Der englische Begriff beschreibt das Prinzip: „lap“ bedeutet überlappen, „siding“ die Außenverkleidung eines Hauses. Die Bretter werden von unten nach oben montiert, jedes neue Brett überdeckt die Oberkante des darunterliegenden.

Beim klassischen Clapboard sind die Bretter keilförmig: unten dicker, oben dünn auslaufend. Dadurch liegen sie flach an der Wand und bilden trotzdem eine kräftige Schattenkante.

Wie jede Holzfassade wird Lap Siding meist auf eine Lattung montiert. Der Luftspalt dahinter sorgt dafür, dass Feuchtigkeit abtrocknen kann – man spricht von einer hinterlüfteten Fassade.

Gut zu wissen

Im Deutschen heißt diese Verlegeart Stülpschalung. Auch „Querverlattung“ oder „Querverbretterung“ ist gebräuchlich. In der Fachsprache bezeichnet „Lattung“ allerdings auch die Unterkonstruktion hinter der Fassade.

Technische Illustration

Lap Siding im Querschnitt

Lap Siding im Querschnitt Senkrechter Schnitt durch eine Außenwand. Links die graue Wand, davor die dunkle Lattung und ein Luftspalt. Außen liegen rote, keilförmige Bretter übereinander, wobei jedes obere Brett das untere überlappt. Ein Pfeil zeigt, wie Regenwasser außen an den Brettkanten abläuft. Innen Außen Luftspalt Wand Bretter überlappen Wasser läuft außen ab Lattung
Fassadenbretter Lattung Wand
Vereinfachter Querschnitt: Beim Lap Siding überlappt jedes Brett das darunterliegende, sodass Wasser außen abläuft. Dämmung und Abdichtungsbahnen sind nicht dargestellt. Nicht maßstabsgetreu.
Herkunft

Woher kommt Lap Siding?

Überlappende Holzbretter gehörten schon im 17. Jahrhundert zu den ersten Häusern der Siedler in Neuengland. Bis heute prägen sie die Holzhäuser an der amerikanischen Ostküste.

Weiß oder in hellen, maritimen Farben gestrichen, ist Lap Siding eines der deutlichsten Erkennungszeichen eines amerikanischen Holzhauses und des New-England-Stils.

Pflege

Waagerecht oder senkrecht?

Bei einer waagerechten Fassade hat jedes Brett eine eigene Wasserkante. Sie ist deshalb stärker der Feuchtigkeit ausgesetzt als eine senkrechte Fassade, an der das Wasser besser abläuft.

Lap Siding braucht deshalb sehr hochwertige Farben und regelmäßige Pflege. Dafür belohnt es mit einer Fassade, die Struktur und Ruhe ausstrahlt.

Porch eines amerikanischen Holzhauses mit weiß gestrichener, waagerechter Holzfassade, Sprossenfenster und zwei Schaukelstühlen
Haus Dallas: Die weiß gestrichene Querverlattung prägt die Porch.
Die Greenville-Bauweise

Lap Siding an Greenville-Häusern

An unseren amerikanischen Holzhäusern gehört die weiß gestrichene Querverlattung zu den typischen Merkmalen. Sie verleiht der Fassade Struktur und Ruhe. Beim Haus Dallas bildet sie zusammen mit der Porch, den Sprossenfenstern und den Fensterläden den typisch amerikanischen Look.

Auch für Häuser im viktorianischen Stil ist sie eine gute Wahl. Originale viktorianische Holzhäuser haben Fassaden aus Holzschindeln. Mit einer Querverbretterung erreichen Sie einen ähnlichen Effekt und können maßgeblich Kosten einsparen.

Wichtig: Weil jedes Brett eine Wasserkante hat, sollten Sie für eine waagerechte Holzfassade nur sehr gute Farben verwenden und sie regelmäßig pflegen.