Tauwassereinfach erklärt.
Was ist Tauwasser, wann entsteht es und wie wird ein Haus so gebaut, dass sich keine Feuchtigkeit in den Wänden sammelt? Wir erklären Ihnen diesen Begriff verständlich und auf den Punkt.
Wann entsteht Tauwasser?
Jede Luft enthält Wasserdampf – im Haus vor allem durch Atmen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen. Kühlt die Luft ab, steigt ihre relative Feuchte. Bei einer bestimmten Temperatur, dem Taupunkt, ist sie gesättigt, und Wasser schlägt sich nieder.
Sichtbar wird das an beschlagenen Fenstern oder an kalten Ecken. Unsichtbar und gefährlicher ist Tauwasser im Inneren eines Bauteils: Dringt warme, feuchte Raumluft in eine Wand oder ein Dach ein und kühlt dort ab, kann die Konstruktion durchfeuchten.
Die Folgen reichen von Schimmel an Oberflächen bis zu Schäden an Dämmung und Holz. Deshalb muss jede Außenwand und jedes Dach so geplant werden, dass sich darin kein schädliches Tauwasser bildet.
9,3 °C
Bei 20 °C Raumtemperatur und 50 % relativer Luftfeuchte liegt der Taupunkt bei etwa 9,3 °C. Ist eine Oberfläche im Raum kälter, bildet sich dort Tauwasser.
Wie schützt man ein Haus vor Tauwasser?
Der wichtigste Grundsatz lautet: innen dichter als außen. Auf der warmen Raumseite der Dämmung liegt eine luftdichte Schicht, die nur wenig Wasserdampf in die Wand lässt, etwa eine Dampfbremse oder eine verklebte Holzwerkstoffplatte. Nach außen werden die Schichten immer durchlässiger, damit eingedrungene Feuchtigkeit wieder austrocknen kann.
Besonders wichtig ist die Luftdichtheit. Durch undichte Fugen und Anschlüsse strömt warme Raumluft in die Konstruktion und bringt dabei ein Vielfaches mehr Feuchtigkeit mit als durch die Diffusion durch die Schichten.
Dazu kommen eine durchgehende Dämmung ohne Wärmebrücken, damit innen keine kalten Stellen entstehen, und regelmäßiges Lüften, damit die Raumluft nicht zu feucht wird.
Ob eine Wand oder ein Dach tauwassersicher ist, wird in der Planung rechnerisch nachgewiesen. In Deutschland regelt das die DIN 4108-3.
Feuchteschutz in einer Holzrahmenwand
Gesundes Raumklima statt feuchter Wände
Für die Fassade empfehlen wir ein System, das dem Rohbau vorgehängt ist. Weil die Luft hinter der Verkleidung zirkulieren kann, wird die Bildung von Feuchtigkeit und Schimmel praktisch unmöglich gemacht.
Im Inneren sorgt eine kontrollierte Wohnungslüftung für einen gleichmäßigen Luftaustausch. Sie trägt zu einer guten Raumluftqualität und zur langfristigen Erhaltung der Gebäudesubstanz bei. Karl sagt über sein New-England-Haus: Die Lüftungsanlage sorgt für frische Luft, ohne dass er dafür ein Fenster öffnen müsste.
Wichtig: Ein Garten- oder Wochenendhaus erfüllt die energetischen Vorgaben für ein Wohnhaus nicht. Wer darin überwintert, kommt mit dem Abwischen von Kondenswasser an Fenstern und Wänden kaum hinterher. Ein Tiny House zum Wohnen braucht deshalb dieselbe Planung wie jedes andere Haus.