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Erddruckeinfach erklärt.

Was ist Erddruck, wo wirkt er am Haus und warum ist er beim Bauen am Hang so entscheidend? Wir erklären Ihnen diesen Begriff verständlich und auf den Punkt.

Grundlagen

Wie wirkt Erddruck auf ein Haus?

Überall, wo ein Bauteil Erdreich zurückhält, drückt der Boden seitlich dagegen. Bei einer Kellerwand oder einer Stützmauer wirkt der Erddruck deshalb als waagerechte Last – anders als die meisten Lasten im Haus, die senkrecht nach unten gehen.

Wie groß er ist, hängt unter anderem von der Bodenart und ihrer Dichte, von der Tiefe, von der Geländeneigung und von zusätzlichen Lasten ab, zum Beispiel durch ein Nachbargebäude oder eine Zufahrt. Weil der Druck mit der Tiefe zunimmt, ist er am Fuß einer Wand am größten.

Kritisch wird es, wenn Wasser hinzukommt: Staut es sich hinter der Wand, drückt es zusätzlich. Eine funktionierende Drainage ist deshalb genauso wichtig wie die Wand selbst.

Gut zu wissen

Fachleute unterscheiden aktiven Erddruck, Erdruhedruck und passiven Erddruck – je nachdem, ob eine Wand etwas nachgeben kann oder starr steht. Mit welchen Werten gerechnet wird, legt der Statiker für jedes Grundstück fest.

Technische Illustration

Erddruck an einer Kellerwand am Hang

Erddruck an einer Kellerwand am Hang Senkrechter Schnitt durch eine Kellerwand am Hang. Rechts drückt das Erdreich mit roten Pfeilen waagerecht gegen die Wand. Die Pfeile werden nach unten länger und zeigen, dass der Erddruck mit der Tiefe zunimmt und am Wandfuß am größten ist. Erdreich (Hang) Kellerwand Innenraum Erddruck gering am größten
Erddruck Kellerwand Erdreich
Vereinfachter Schnitt durch eine hangseitige Kellerwand: Der Erddruck nimmt mit der Tiefe zu. Grundwasser und zusätzliche Lasten sind nicht dargestellt. Nicht maßstabsgetreu.
Hangseitige Stahlbetonwand mit Abdichtung und Dämmplatten an einem Greenville-Haus im Bau
Teilkeller eines Greenville-Hauses am Hang: Die Stahlbetonwand nimmt hangseitig den Erddruck auf.
Die Greenville-Bauweise

Beton nur dort, wo der Hang drückt

Bei einem Haus am Hang haben wir statt eines Vollkellers einen Teilkeller gebaut. Nur dort, wo der Hang tatsächlich gegen das Haus drückt, steht eine Stahlbetonwand als Abfangung, dazu eine Eckaussteifung für die Stabilität.

Alles andere musste nicht in Beton gegossen werden, weil es statisch nicht nötig war. Am Ende bestand das Untergeschoss zu rund 70 % aus Holzbau und nur zu 30 % aus Beton – und die Familie hat rund 48.000 € gegenüber einem Vollkeller gespart.

Wichtig: Ob ein Teilkeller ausreicht, muss immer für das jeweilige Grundstück berechnet werden. Voraussetzung ist, dass Statik, Hangdruck, Entwässerung, Abdichtung und Baugrund sorgfältig geprüft werden.

Wie wird Erddruck aufgefangen?

Je nach Lage, Höhe und Nutzung kommen unterschiedliche Bauteile zum Einsatz. Diese Lösungen kommen bei Häusern und Gärten am Hang zum Einsatz:

Kellerwand aus Stahlbeton

Wo das Haus selbst in den Hang gebaut wird, nimmt eine Wand aus Stahlbeton den Erddruck auf. Nicht weil sie günstiger ist, sondern weil der Hang es verlangt.

Gabionen

Mit Steinen gefüllte Drahtkörbe wirken als Schwergewichtswand. Weil sie wasserdurchlässig sind, entsteht hinter ihnen kein zusätzlicher Wasserdruck.

L-Steine

Das Erdreich lastet auf dem waagerechten Fuß des Steins und drückt ihn fest in den Boden. So stabilisiert sich das Element selbst.

Spritzbeton in der Bauphase

Während des Baus wird eine offene Böschung oft mit Spritzbeton gesichert. Das stabilisiert die Baustelle auf engem Raum, ohne den Hang weiter zu belasten.