Warum ich als Kind im Dunkeln saß – und was das mit gutem Hausbau zu tun hat

Ein krisensicheres Haus muss kein Bunker sein. Schon wenige, klug geplante Elemente reichen: ein Ofen, der ohne Strom brennt, ein Erdkeller für Vorräte, eine Wasserquelle unabhängig vom Netz. Dieser Artikel zeigt sieben davon – ausgehend von einer Kindheitserinnerung: einem zweiwöchigen Stromausfall im Winter 1978/79.

Ich mit meinem Großvater, Winter 1978/79.

Ich war noch klein, als das Licht ausging. Nicht für eine Nacht. Für vierzehn Tage.

Es war der Winter 1978 auf 1979, später als „Jahrhundertwinter“ bekannt. Innerhalb weniger Stunden stürzte die Temperatur um dreißig Grad. Von milden Plusgraden in klirrende Kälte, dazu Schneestürme, die tagelang nicht aufhörten. Die DDR lebte von Braunkohle, fast der gesamte Strom kam aus ihr. Aber die Kohle war nass vom Regen der Wochen davor, und als die Kälte kam, gefror sie in den Waggons und Tagebauen zu Eisblöcken, hart wie Stein. Die Förderbänder standen still. Die Kraftwerke bekamen keinen Nachschub mehr.

Ich erinnere mich an die Kälte in der Küche. An Kerzen auf dem Tisch, weil es keine andere Wahl gab. An meine Mutter, die am Ofen stand, dem einzigen Ort im Haus, an dem man es aushielt. Vierzehn Tage lang. Kein warmes Wasser aus der Leitung, keine Herdplatte, kein Lichtschalter, der einfach funktionierte. Man hört das heute und denkt, das ist lange her. Ich habe es erlebt. Und ich habe es nie vergessen.


Was ich aus dieser Zeit für den Hausbau gelernt habe

Die Lehre aus dieser Zeit ist nicht Angst vor der nächsten Katastrophe – sondern eine einfache Grundregel: Ein Haus sollte nicht komplett hilflos werden, nur weil eine einzige Leitung ausfällt.

Ich baue heute keine Häuser aus Angst vor dem nächsten Katastrophenwinter. Das wäre die falsche Lehre aus dieser Geschichte.

Als Kind habe ich erlebt, wie schnell ein Zuhause aufhört, ein Zuhause zu sein, wenn es von genau einem System abhängt. Kein Strom bedeutete kein Licht, keine Wärme, kein warmes Essen, kein fließendes Wasser aus der Leitung — alles auf einmal. Nicht, weil das Haus schlecht gebaut war. Sondern weil niemand beim Bauen daran gedacht hatte, dass dieses eine System auch einmal ausfallen könnte.

Das hat sich bei mir eingeprägt, tiefer als mir lange bewusst war. Wenn ich heute mit Bauherren spreche, denke ich nicht nur an Grundrisse, Lichtführung und Materialien. Ich denke auch daran, ob ein Haus noch funktioniert, wenn draußen einmal gar nichts mehr funktioniert. Nicht aus Sorge. Sondern aus Respekt vor dem, was ich als Kind gelernt habe: Es ist immer gut, noch ein Ass im Ärmel zu haben!

Das heißt nicht, dass jedes Haus einen Bunker braucht. Es heißt, dass ein paar wenige, klug geplante Elemente den Unterschied machen zwischen einem Haus, das in Extremsituationen kalt und dunkel wird, und einem, was solch Zeiten gut übersteht. Genau diese Elemente sind es, über die ich seit meiner Kindheit nachdenke — und die ich in jedes Haus einbauen würde, das ich heute baue.


Was ich einbauen würde

Wenn ich mir heute mein eigenes Haus noch einmal bauen würde, gäbe es ein paar Dinge, auf die ich nicht verzichten würde. Nicht, weil ich mit dem Schlimmsten rechne. Sondern weil sie ganz nebenbei für mehr Ruhe sorgen — jeden Tag, unabhängig davon, ob je etwas passiert. Und man muss dafür nicht gleich das ganze Budget umschichten. Es gibt einen Basisschutz, den sich jeder leisten kann, und Ausbaustufen für alle, die mehr investieren möchten.

Stufe 1 – Das Wesentliche: Wärme und Essen

enn du nur zwei Dinge einplanst, dann diese: einen Ofen oder Kamin, der ohne Strom brennt, und eine Möglichkeit, unabhängig von der Steckdose zu kochen — zum Beispiel eine mit Gas betriebene Außenküche. Mehr braucht es im Kern nicht. Wer einen warmen Raum und eine warme Mahlzeit hat, kommt durch fast jede kritische Zeit. Das war schon 1978 der Unterschied zwischen einem Haus, in dem man es aushielt, und einem, in dem man fror. Und das Beste daran: Beides lässt sich mit überschaubarem Aufwand in praktisch jede Planung integrieren.

Schwedischer Cronspisen hält die Wärme 24 h mit geringer Brennstoffmenge

Stufe 2 – Für alle mit etwas mehr Budget: der Ofen, der mitheizt

Wer etwas investieren möchte, sollte über einen Kaminofen mit Wassertasche nachdenken. Er speist seine Wärme direkt ins Heizsystem ein und heizt so nicht nur einen Raum, sondern das ganze Haus mit. Aus einem gemütlichen Wohnzimmerofen wird damit ein echtes zweites Heizsystem — leise im Hintergrund, aber im Ernstfall unbezahlbar.

Der Cronspisen, ein Klassiker unter den Schwedenöfen - Heizkosten sparen mit einem Schwedenofen


Stufe 3 – Für alle mit größerem Budget: Solar mit Speicher

Die dritte Stufe ist Fotovoltaik mit Batteriespeicher, kombiniert mit der Möglichkeit, diesen Speicher im Notfall als Not- oder Ersatzstromquelle zu nutzen. Hier gibt es zwei gängige Varianten, die sich in Komfort und Kosten deutlich unterscheiden:

Variante A: Notstrom — günstig und einfach. Der Wechselrichter hat eine oder zwei eigene Steckdosen, direkt am Gerät oder im Flur. Fällt der Strom aus, bleibt das Haus zwar dunkel, aber über diese Steckdosen lassen sich Kabeltrommeln anschließen und darüber die wichtigsten Geräte betreiben. Das kostet kaum Aufpreis und reicht völlig aus, um zum Beispiel die Kühltruhe am Laufen zu halten oder das Handy zu laden.

Variante B: Ersatzstrom — komfortabel und teurer. Eine automatische Umschalteinrichtung trennt das Haus innerhalb von Sekunden physisch vom öffentlichen Netz und baut ein eigenes, lokales Netz auf, einen sogenannten Inselbetrieb. Fast alle Steckdosen und Lichter im Haus funktionieren dann einfach weiter, man merkt von einem Stromausfall kaum etwas. Dafür braucht es einen kompatiblen Hybrid-Wechselrichter und eine Umschaltbox, mit Zusatzkosten von etwa 1.000 bis 2.500 Euro.


Stufe 4 – Vorräte: vom Erdkeller bis zur Speisekammer

Auch bei der Lagerung gibt es eine kleine und eine große Lösung. Die kleine: eine klassische Miete im Garten, so wie sie meine Großmutter hatte — ein einfaches Erdloch mit Stroh und einem Korb, in dem Kartoffeln und Gemüse den ganzen Winter über frisch bleiben. Kostet fast nichts und lässt sich in jedem Garten anlegen. Die große Lösung ist ein Naturkeller, der für den Vorrat mitgeplant wird. Er hält Vorräte zuverlässig Sommer wie Winter konstant frisch und kühl, ganz ohne Strom.

Wer einen Erdkeller selber bauen oder einen Erdkeller selbst bauen will, geht am besten in dieser Reihenfolge vor: Zuerst den Standort wählen — schattig, mit stabilem Grundwasserspiegel und möglichst ebenem Zugang. Dann den Baugrund prüfen: Der Boden muss deutlich oberhalb des höchsten Grundwasserstands liegen, sonst wird der Raum feucht statt kühl und trocken. Danach die Grundfläche ausheben und ein Fundament gießen — eine Tonschicht, Kies oder direkt eine Bodenplatte mit Schalung und Bewehrung, mindestens eine Woche aushärten lassen. Anschließend die Wände hochziehen, etwa aus Hochkammerziegeln, Schalsteinen oder demselben Holz wie das Haus. Wichtig, und oft vergessen: die Belüftung — ein Zu- und Abluftsystem sorgt dafür, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit stabil bleiben, statt dass sich Feuchtigkeit staut. Zum Schluss Decke und Außenwände dämmen und mit Erde überdecken.

Wer nur einen kleinen Erdkeller selber bauen oder einen Mini-Erdkeller bauen möchte, kann diese Schritte im Miniaturformat durchgehen — die Prinzipien bleiben dieselben, nur die Fläche wird kleiner.

Ein Erdkeller hält Vorräte Sommer wie Winter frisch und kühl – ganz ohne Strom

Stufe 5 – Brauchwasser, das nicht vom Netz abhängt

Auch beim Wasser lohnt sich ein zweiter Weg. Eine Zisterne oder ein Brunnen mit Handpumpe ist gerade auf dem Land ein enormer Gewinn — im Alltag für die Gartenbewässerung, im Ernstfall als unabhängige Brauchwasser-Quelle, wenn die zentrale Versorgung einmal ausfällt. Wichtig dabei: Es handelt sich um Brauchwasser, kein Trinkwasser. Aber allein damit lässt sich schon vieles auffangen, was sonst zum Problem wird — von der Toilettenspülung bis zum Putzwasser. Der Aufwand beim Bau ist überschaubar, die Wirkung, wenn man es einmal wirklich braucht, ist groß.


Stufe 6 – Licht und Orientierung

Das Einfachste kommt zum Schluss, und gerade deshalb wird es am häufigsten vergessen. Kerzen und Teelichter sehen nicht nur schön aus, sie sind auch die zuverlässigste Lichtquelle, die es gibt, völlig unabhängig von Strom oder Batterie. Und eine gute Taschenlampe gehört für mich einfach immer ins Haus, am besten mit LED, denn die ist deutlich langlebiger als klassische Glühbirnen-Taschenlampen und hält im Ernstfall auch über viele Tage durch. Zwei kleine Dinge, die man leicht griffbereit hat und die im Dunkeln den Unterschied machen.

Für alle Fälle: die Rugged Muse 2.0. Sie braucht keine Steckdose, ist wetterfest und lädt über die eingebaute Powerbank sogar dein Handy. Ob Garten, Keller oder Terrasse – sie kommt überall mit.


Stufe 7 – Ein fester Platz für den Holzvorrat

Der schönste Kaminofen nützt nichts ohne trockenes Holz, und trockenes Holz braucht Zeit und den richtigen Ort, um zu werden, was es sein soll. Deshalb würde ich schon in der Bauplanung einen festen Platz dafür einplanen, überdacht, gut belüftet und nicht erst nachträglich als Notlösung irgendwo an die Hauswand gestellt. Das kann ein kleiner Holzschuppen sein oder eine offene Unterstellung, die architektonisch mitgedacht wird, so wie es zum Beispiel bei klassischen Schwedenhäusern oft ganz selbstverständlich dazugehört. Wer im Herbst einlagert, hat im Winter keine Sorgen — vorausgesetzt, der Platz dafür war von Anfang an eingeplant.

Vorrat-Holzschuppen als Kapelle gebaut

Der Blick ins Innere des Holzschuppens

Warum das für mich zu gutem Bauen dazugehört

All das hat wenig mit Weltuntergangsstimmung zu tun und viel mit gutem, durchdachtem Hausbau. Keine der sieben Stufen verlangt, dass man sein Zuhause in eine Festung verwandelt. Es sind kleine, kluge Entscheidungen, die man ohnehin trifft, wenn man ein Haus plant, das zu einem passt. Ein Ofen statt einer reinen Zentralheizung. Ein Platz für das Holz, der von Anfang an mitgedacht wird, statt später improvisiert zu werden. Der Unterschied liegt nicht im Aufwand. Er liegt darin, ob man beim Planen einmal kurz innehält und fragt: Was, wenn es einmal nicht so läuft, wie es soll?

Genau das ist es, was ich seit meiner Kindheit gelernt habe, auch wenn ich es damals natürlich nicht mit solchen Worten benannt hätte. Ein Haus, das nur bei Sonnenschein funktioniert, ist ein halbes Haus. Ein Haus, das in jeder Situation ein Zuhause bleibt, ist die Art von Haus, für die es sich zu bauen lohnt. Genau darum geht es bei Greenville: nicht nur darum, wie ein Zuhause aussieht, sondern wie es sich anfühlt, wenn es wirklich gebraucht wird.

Ich saß als Kind oft im Dunkeln. Heute baue ich Häuser, die dafür sorgen, dass niemand mehr dort sitzen muss.

Diese 7 Dinge machen dein Haus überwinterungsfest, wenn mal das Licht ausgeht.


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 Häufige Fragen zum Erdkeller bauen (FAQ)


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